Plastiksäcke die Geister der Meere

Den Plastiksäcken wurde der Kampf angesagt und trotzdem halten sie sich hartnäckig. Zwar sind die Säcke im Migros und Coop an der Kasse jetzt kostenpflichtig, aber bei den Früchten und dem Gemüse werden sie weiterhin munter verteilt.

Ich bin auch schuldig.

Wir haben zwar so ein Gemüsesack zuhause, aber dabei habe ich den nie, wenn ich spontan Gemüse oder Früchte kaufe. Bananen und ein einzelner Apfel kann ich noch ohne Sack kaufen, aber bei mehreren Früchten wird es dann schon schwieriger und ich muss auf den dünnen Plastiksack zurückgreifen.

Genau diese Säckchen sind die Geister der Meere. Schweigend und ruhig schweben sie durchs Wasser. Auch mich als Schwimmer ekeln sie jedes Mal, wenn ich so einen Meergeist sehe.

Aber es muss nicht sein. In den Ferien in Korsika entdeckt: Kompostierbare Säcke für Früchte und Gemüse. Das Praktische daran: Ich kann den Sack auch gleich als Kompostbeutel verwenden und die Schale der Früchte entsorgen.

Liebes Migros und liebes Coop,

warum haben wir keine kompostierbaren Plastiksäcke, um Früchte und Gemüse einzupacken?

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass hierzulande noch niemand davon gehört hat oder leben wir Schweizer doch so hinterwäldlerisch, wie das Klischee es vorgibt? Irgend eine kluge Produktmanagerin hat diese bestimmt schon in den Fingern gehabt. Oder ist das hier wieder ein Preisproblem?

Wahrscheinlich gibt es in Frankreich ein Gesetzt, was Plastiksäcke komplett verbietet. Muss alles immer per Gesetzt geregelt werden?

Frankreich will noch weiter gehen. Ab 2020 wollen sie sämtliches Plastikgeschirr und Besteck verbieten.

Genau vor dieser Entscheidung stand ich.

Für die Ferienrückreise eben mal noch ein Couscous gekauft, was ich auf der Fähre verspeisen könnte. Da wir nicht mit dem Zelt unterwegs sind fehlt jegliches Besteck im Auto. Ich stehe im Supermarktregal in der Besteckabteilung und habe die Qual der Wahl:

  • Das günstigste Plastikbesteck (30 Löffel) kosten € 0.90
  • Drei Löffel aus Stahl kosten € 1.43

Preis und Bequemlichkeit vs. Nachhaltigkeit. Die Plastiklöffel würden für 30 Mahlzeiten reichen. Bis ich unterwegs 30x unerwartet einen Löffel brauch, bin ich alt und grau. So gesehen braucht der Löffel extrem lange, bis er amortisiert ist. Wahrscheinlich wird er nie amortisiert, weil ich ihn vorher verliere.

Ich würde diese Geschichte hier nicht erzählen, wenn ich mich schlussendlich doch für die Stahllöffel entschieden hätte. Auch kompostierbares Besteck ist unterdessen erhältlich.

Wir haben noch ein langer Weg vor uns

Um wirkliche Erfolge feiern zu können, braucht es Verbote oder ebenbürdige (oder bessere) Substitute. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal jemanden gesehen habe, der Früchte und Gemüse in einem wiederverwendbaren Sack gekauft hätte (gut ich bin auch nicht ganz so oft beim Einkaufen).

Zumindest für diese Früchte Säckchen wären ebenbürdige Substitute da. Warum werden sie dann nicht gebraucht? 

Falls dies jemand von Migros und Coop liest, der eine Ahnung hat, wäre eine Stellungsnahme interessant.

Was denkst du davon?